Kernobst

Quitte & Bohnapfel

Cydonia Oblonga & Malus Domestica

Als besonders stimmiges Cuvée ergab sie die Quitte und der Rheinische Bohnapfel. Der Zauber der Quitte als Urahn jeglicher Kernobstsorten liegt in ihrer rauen Beschaffenheit. Sie kommt seit etwa 2500 Jahren in unserer Heimat vor. Der Quittenbaum gehört zu den langsamwachsenden Gehölzen und weist eine glatte und teilweise plattenartige Rinde auf. Diese löst sich zeitweise ab und legt die darunterliegende junge Borkenschicht frei. Die Quitte ist auffallend gelb und auch vollreif noch sehr hart, was die Verarbeitung erschwert. Zudem ist die Quitte von einem flaumartigen Pelz umhüllt und jede einzelne Frucht muss von Hand abgebürstet werden. Danach hat die Quitte nur noch eine wachsartige Schicht um die Schale. Der feine Duft, der an Honig und etwas Zitrone erinnert, ist der Lohn dieser mühseligen Arbeit. Roh schmeckt die Quitte sehr herb und bitter, richtet entfalten kann sie ihr ausducksstarkes Aroma erst im Destillat. Als Partner in diesem Cuvée bringt der Rheinische Bohnapfel die spritzige Süße und ein klares leichtes Apfelaroma mit. Der Bohnapfel hatte lange Jahre eine große Bedeutung als Wirtschaftsapfel im Hanauerland. Hier wurde er gerne als Streuobst am Wegesrand oder am Ende, des Feldes angepflanzt, um frisch verzehrt zu werden oder auf verschiedene Weisen für den Winter konserviert zu werden. Unsere Bohnapfelbäume sind mit ihren 35 Jahren nun im vollen Ertrag und liefern beste Qualität. Die Früchte wurden halb halb in den Maischefässern zusammen vergoren. Die flüssige Apfelmaische verhalf der trockenen Quittenmaische zur richtigen Verflüssigung und garantiert somit eine saubere Vergärung. Ebenfalls der Säuregehalt ist somit in einem guten Bereich, in dem die Hefen optimal arbeiten können.

Silber Baden Best Spirits 2018
0,5l – 42%vol.

Quitte Gold

Cydonia Oblonga
Das sagenhafte Aroma der Quitte lies mich nicht los und ich beschloss an den Erfolg der Goldversion der Mirabelle anzuknüpfen und eine Goldversion von der Quitte anzusetzen. Die Quittenbäume begeistern auch immer wieder durch ihre urige Erscheinung in der Landschaft und fesseln dabei meine Blicke. In dem ertragreichen Jahr 2018 schritt ich zur Tat. Somit entstand dieser Brand mit Fruchtauszügen. Die Quittenstücke die im Brand eingelegt wurden verleihen dem Brand eine goldene Farbe und den fruchttypischen Geschmack.

0,35l – 35%vol.

Birne "Gute Graue"

Pyrus communis

Es ist Sommer 2019. Ich streife mit meinem Vater durch die Streuobstwiesen unseres Dorfes Eckartsweier. Wir stoßen auf einen alten Birnbaum, der schon jahrelang im 45° Winkel Richtung Boden geneigt verweilt, nur sperrlich mit 2 Holzstützen gehalten. Mein Vater erinnert sich, der verstorbene Besitzer des Baumes, Karl hieß er, brachte früher das ein oder andere Fass dieser Birne vorbei und es wanderte in den Obstler, welcher traditionell aus einem Drittel Birnen und zwei Drittel Äpfel gebrannt wird. Der Baum hängt wortwörtlich „brechend“ voll. Der Duft der Birne ist sagenhaft. Ich nehme eine schon reife Birne vom Baum und messe ihren Zuckergehalt. Knapp 60 Oechsle und dieser Duft. Das schreit förmlich danach, dass diese Birne unbedingt mal sortenrein gebrannt werden sollte. Gesagt getan. Nebenbei interessiert es uns natürlich unsäglich, was das denn für eine Sorte ist. Aber unsere alten Bücher können uns weiterhelfen. Blattbild, Fruchterscheinung, Blüte, Erntezeit und Baumgröße geben Aufschluss. Es ist die alte Sorte „Gute Graue“, die vermehrt im Norddeutschen und vereinzelt im Süddeutschen vorkommt. In mühevoller Arbeit werden immer nur die reifen Birnen aufgelesen und in der Brennerei gewaschen und danach mit dem Messer bearbeitet. Stiel, Kerngehäuse und Blütenansatz wandern auf den Mist und das reine Fruchtfleisch und die gehaltvolle Schale wandern ins Gärfass. Mühsam füllen sich die Fässer. Nach der sauberen Vergärung wird gebrannt. Aus Sorge, die Sorte könnte mit dem Ableben des Baumes verschwinden, schneide ich im darauf folgenden Winter Edelreiser aus der Krone, um diese auf eine Unterlage zu veredeln. Nur so bleiben die Merkmale dieser feinen Birne sortengerecht erhalten. Eine Baumschule, die diese Sorte noch anbietet sucht man vergebens.

Das Ergebnis ist ein betörender Birnenbrand. Das schmelzende saftige Aroma der Frucht transportiert der Brand original weiter und die feine Muskatnote passt perfekt zum süßlichen Birnengeschmack. Eine Hommage an Karl, deshalb nennen wir sie unter uns inzwischen nurnoch „Karls Birne“. Aber wir wollen sachlich bleiben. Also zum Wohl, „Gute Graue“!

Bronze Baden Best Spirits 2020
Silber Baden Best Spirits 2022
0,5l – 42%vol.

Obstbrand aus Äpfeln und Birnen

Malus & Pyrus

Der Obstbrand war im Hanauerland der gängigste der Brände. Eben ein richtiger Hausschnaps. Als Zeichen der Gastfreundschaft wurde bei Besuch noch eben ein „Obstler“ zusammen getrunken. Beim Vesper durfte er auch nicht fehlen. Die älteren Mitbürger unserer Generation wissen, ein gutes Obstwasser besteht aus einem Drittel Birnen und zwei Drittel Äpfeln. Äpfel und Birnbäume hatte jedes Bäuerlein im Garten oder am Ackerrand stehen und daher wurden sie auch gerne aufgelesen und dem Brenner im Dorf gebracht. Die typische hanauer Sparsamkeit trieb die Leute dazu, ihre Erträge zu Schnaps zu veredeln. Denn für den Hausgebrauch waren einige Bäume voller Obst schon zu viel und für den Markt waren nicht alle Sorten schön genug. Daher wurde fröhlich eingemaischt und gebrannt. Ein weiteres Produkt aus den vielen Äpfeln und Birnen war der Most. Dafür wurden die Früchte ausgepresst, im badischen sagt man „getrottet“, und dann vergoren. Heraus kam ein herb-saurer Saft, der meist um die 5 Volumenprozent Alkohol hatte.

Unser Obstbrand lässt die alte Zeit nachfühlen und passt hervorragend zu einem zünftigen Vesper mit Speck und frischem Brot. Einzug erhalten alte Apfel- und Birnensorten unserer Streuobstwiesen. Darunter wohlklingende Namen wie Rheinischer Winterrambur, Schweizer Glockenapfel, Rheinischer Bohnapfel, Brettacher und Gravensteiner. Auf der anderen Seite die Birnensorten wie Nägelesbirne, Augustbirne und Schweizer Wasserbirne.

Bronze Baden Best Spirits 2004
0,5l – 42%vol.

Apfelbrand im Eichenfass gereift

Malus domestica

Der reine Apfelbrand unserer alten Sorten Rheinischer Winterrambur und Rheinischer Bohnapfel haben wir im böhmischen Eichenholzfass nachreifen lassen um eine blassgoldene Exklusivität zu kreieren. Das Fass darf dann ein Jahr im Keller verweilen während es immer wieder aufgefüllt wird, denn der „Anteil der Engel“, also der Verlust durch Diffusion, lässt den Pegel ständig sinken. Aber das Ergebnis dankt es uns und die Engel freut´s auch.

Der Apfelbrand ist bekannt für seine glasklare und frische Charakteristik. Das Eichenfass verleiht dem ganzen noch eine säuerliche Note, die den Tanninen aus dem Holz geschuldet sind. Ganz klar ein Brand für Liebhaber. Wie es auch die Jury der Baden Best Spirits erkannte und ihn prompt mit Silber auszeichnete.

Silber Baden Best Spirits 2018
0,5l – 42%vol.

Birne "Hanauer Zillbier"

Pyrus communis

Einst wurden im Rheingraben im Haunauerland hochstämmige Birnen an  Wegesrändern und an Ackerenden gepflanzt. Diejenigen Exemplare, die die Kriege, Flurbereinigungen und den Strukturwandel in der Landwirtschaft überlebt haben stehen heute als massive Solitärbäume in der Landschaft. Sie haben teilweise Wuchshöhen von 15 Metern und kräftige Stämme. Ihre Früchte sind kugelrund und etwa tennisballgroß. Landläufig spricht man hier lediglich von der „Zillbier“ und leider findet sich kein Eintrag dieser Sorte in irgendwelcher Literatur. Aus Erzählungen der älteren Leute im Hanauerland geht hervor, dass man mit dieser aromatischen aber stark säuerlichen Birne einen hervorragenden Schaumwein herstellen kann. Diese Geschichten haben mein Interesse befeuert und so wollte ich vorerst einmal einen Edelbrand herstellen und machte mich ans Ernten. Mancherorts musste erstmal ein Erreichen des Baumes ermöglicht werden, indem die Wildnis darunter reduziert wurde. Die immer größeren Schlepper und ihre Anbaugeräte verhindern mehr und mehr, dass Randstellen der Wiesen beim Mähen erreicht werden können. Ganz besonders, wenn dort Bäume stehen. Die Natur freuts, wenn es wenigstens um die einzelnen Obstbaumriesen eine wilde Blühwiese gibt, die nicht weggemäht wird.

Das Destillat der harten und festfleischigen Birne ist entsprechend des Fruchtcharakters würziger und herber Natur. Die Birne gibt auch Aromen frei, die an Apfel und Traubentrester erinnern.

0,5l – 42%vol.

Birne "Palmischbirne"

Pyrus communis

Ein Streifzug durchs Hanauerland führt immer wieder zu großartigen Entdeckungen und die Detektivsuche nach dem Besitzer der Streuobstwiese beginnt. So geschehen mit einem einzelnen rießigen Solitärbirnenbaum, der am Ortsrand stand und sein Dasein neben einem Graben fristete. Er war im Jahr 2020 überaus stark behangen, was bei seiner schieren Größe eine Ernte von mehreren 100 Kilogramm bedeutete. Bald war die Sorte bestimmt und der Besitzer aufgespürt. Die Abmachung zum Beernten war getroffen und es wurde sogar die Mithilfe angeboten. Ihn hat´s wirklich gefreut, dass die Birnen genutzt werden und nicht in Missachtung verfaulen. Die frühe Birne wurde ab August in mehreren Einsätzen aufgelesen und sortiert direkt eingemaischt. Ihre Reife zeichnet sich durch ein sehr weiches Fruchtfleisch aus, was das Einmaischen vereinfacht. Jede Birne wurde gewaschen und von Hand ihres Stieles entledigt.

Die Palmischbirne ist eine sehr süße und wohlduftende Frucht. Sie hatte einen Zuckergehalt von etwa 60 bis 70 Oechsle und ein feinwürziges Aroma. Der Geschmack des Saftes kommt dem des Edelbrandes sogar sehr nahe. Jedenfalls die Nase lässt die Erinnerung an die Ernte direkt in mir aufsteigen. Die mehreren 100 Kilo, die der Baum hergab, liesen das Rauh- und Feinbrandverfahren zu, in welchem unseren edlen Brände hergestellt werden. Meiner Meinung nach ist dies einer der sortentypischsten Birnenbrände die ich je in Händen gehalten habe.

Meine Empfehlung! Wahrscheinlich vergriffen, bevor die Prämierung 2022 stattfindet.

0,5l – 42%vol.